Hüftdysplasie bei großen Hunderassen: Risiko und Versicherungsschutz

Zuletzt aktualisiert am 3. August 2026

Deutscher Schäferhund

Foto: Dmytro Glazunov / Unsplash

Hüftdysplasie (HD) zählt zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen bei großen Hunderassen – und kann im Ernstfall zu den teuersten werden. Wir erklären, welche Rassen besonders betroffen sind, was eine Behandlung kostet und worauf Sie beim Versicherungsschutz achten sollten.

Was ist Hüftdysplasie?

Bei der Hüftdysplasie passen Hüftkopf und Gelenkpfanne nicht richtig zusammen. Die Fehlstellung ist meist genetisch bedingt, kann aber durch zu schnelles Wachstum, Übergewicht oder falsche Belastung im Welpenalter begünstigt werden. Die Folge sind Instabilität im Gelenk, Knorpelabrieb und im Laufe der Zeit oft schmerzhafte Arthrose.

Welche Hunderassen sind besonders betroffen?

Vor allem großwüchsige und schnell wachsende Rassen gelten als anfällig, darunter unter anderem:

  • Deutscher Schäferhund
  • Labrador und Golden Retriever
  • Berner Sennenhund
  • Rottweiler
  • Bernhardiner und andere große Molosser-Rassen

Auch bei kleineren Rassen kann Hüftdysplasie auftreten, das Risiko ist dort statistisch aber deutlich geringer.

Wie wird Hüftdysplasie behandelt und was kostet das?

Je nach Schweregrad kommen unterschiedliche Behandlungsansätze infrage:

  • Konservative Behandlung: Schmerzmanagement, Physiotherapie und Gewichtskontrolle bei leichteren Fällen. Physiotherapie-Sitzungen kosten meist zwischen 30 und 70 Euro, Medikamente zusätzlich 50 bis 150 Euro.
  • Femurkopfresektion (FKR): Entfernung des Hüftkopfes, meist bei kleineren oder mittelgroßen Hunden. Kosten inklusive Nachsorge liegen häufig zwischen 900 und 1.500 Euro.
  • Beckenschwenkosteotomie (TPO/DPO): Korrektur der Gelenkpfanne bei jungen Hunden vor Ausbildung einer Arthrose, meist zwischen 1.000 und 1.800 Euro.
  • Künstliches Hüftgelenk (TEP/THR): Bei fortgeschrittener Arthrose, mit rund 3.000 bis 5.000 Euro pro Seite eine der teuersten Optionen. Bei beidseitigem Eingriff können die Gesamtkosten inklusive Nachsorge und Physiotherapie 10.000 Euro und mehr erreichen.

Übernimmt die Tierversicherung die Behandlung?

Das hängt stark vom Tarif ab. Manche Anbieter schließen rassetypische Erkrankungen wie Hüftdysplasie explizit aus oder verlangen dafür einen Zuschlag, andere versichern sie ohne Einschränkung mit – vorausgesetzt, es liegt zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch keine bekannte Vorerkrankung vor. Gerade bei Rassen mit erhöhtem HD-Risiko lohnt sich ein genauer Blick in die Vertragsbedingungen, bevor Sie sich für einen Tarif entscheiden.

💡 Gut zu wissen: Da Hüftdysplasie oft schon im Welpenalter angelegt ist, lohnt sich bei anfälligen Rassen ein besonders früher Versicherungsabschluss – bevor erste Anzeichen auftreten und als Vorerkrankung gelten könnten.

Vergleichen Sie jetzt Hundekrankenversicherung und Hunde-OP-Versicherung, um passenden Schutz für rassetypische Risiken wie Hüftdysplasie zu finden.

Häufige Fragen zur Hüftdysplasie beim Hund

Welche Hunde sind am häufigsten von Hüftdysplasie betroffen?

Vor allem große, schnell wachsende Rassen wie Deutscher Schäferhund, Labrador, Golden Retriever, Berner Sennenhund und Rottweiler gelten als besonders anfällig.

Was kostet eine Hüft-OP beim Hund?

Je nach Verfahren zwischen rund 900 Euro (Femurkopfresektion) und über 5.000 Euro pro Seite für ein künstliches Hüftgelenk. Bei beidseitigem Eingriff inklusive Nachsorge sind Gesamtkosten von 10.000 Euro und mehr möglich.

Schließen Tierversicherungen Hüftdysplasie grundsätzlich aus?

Nicht grundsätzlich, aber viele Tarife behandeln rassetypische Erkrankungen wie Hüftdysplasie gesondert – mit Ausschluss, Zuschlag oder uneingeschränkter Mitversicherung, je nach Anbieter.

Kann ich Hüftdysplasie vorbeugen?

Vollständig verhindern lässt sich die genetisch bedingte Erkrankung nicht, aber kontrolliertes Wachstum, angepasste Bewegung im Welpenalter und Normalgewicht können das Risiko und den Schweregrad reduzieren.